15 Die Nilgans auf der Liegewiese

Autorin: Rebecca Hillauer

Wie „neue“ Arten uns Probleme machen

Er ist wunderschön – und ohne menschliches Zutun gäbe es ihn gar nicht. Den Marmorkrebs. Denn erst in den 1990er-Jahren wurde er aus einem anderen Krebs gezüchtet. Heute sind die vermehrungsfreudigen Krustentiere weit verbreitet, und seit Anfang der 2000er-Jahre machen sie sich auch in der Natur breit – Tiere, die ihre Existenz nur dem Menschen und seinen Hobbys verdanken. Hingegen wird der heimische Edelkrebs immer seltener: wegen der Krankheit Krebspest.

Tierische Migrationsgeschichten

Dass die Natur plötzlich mit Tieren konfrontiert ist, die es bis vor Kurzem dort nicht gab, kann noch ganz andere Dimensionen annehmen. Für Aufregung sorgte 2019 etwa das Entweichen gentechnisch veränderter, krankheitsübertragender Mücken aus einer Haltung in Brasilien. Doch das Einwirken des Menschen führt auch zur weiteren Ausbreitung von Tierarten, die es schon gibt. Viele sogenannte Neozoën, vom Plattwurm bis zur Nilgans, erzählen tierische Migrationsgeschichten, deren Motor der Mensch und die von ihm erdachten technischen Hilfsmittel sind.

Die Sendung zeigt, wie es zu solchen Neuausbreitungen kommt und welche Auswirkungen sie auf Ökosysteme, Wirtschaft oder Gesellschaft  haben. Kann die Ausbreitung von Neozoën auch wieder rückgängig gemacht werden? Oder sollte man konstruktiv auf sie reagieren? Wovon hängt es ab, ob sich eine neue Artlangfristig etablieren kann? Hängen mit dem Auftreten von Neozoën womöglich auch Chancen zusammen? Und: Wenn die heimische Artenvielfalt vor Zuwanderern geschützt werden soll – welche Maßnahmen werden dazu auf politischer Ebene getroffen und wie können sie wirkungsvoll vollzogen werden?

Folge 15 anhören:

Sendung in hr-iNFO: 24.04.2021, 11:30 Uhr

Die Gesprächspartner*innen dieser Folge

  • PD Dr. Jürgen Gross, Leiter des Fachgebiets „Angewandte chemische Ömologie“, Julius Kühn-Institut, Dossenheim
  • Prof. Dr. Dr. Stefan Kühne, Agrarwissenschaftler und Insektenforscher, Julius Kühn-Institut, Klein-Machnow
  • Dr. Stefan M. Linzmaier, Tierökologe, Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei und Freie Universität Berlin
  • Dr. Hanno Seebens, Ökologe, Senckenberg Biodiversität und Klima Forschungszentrum (SBiK-F), Frankfurt am Main
  • Dr. Heidrun Vogt, Insektenforscherin und Wissenschaftliche Direktorin des Julius Kühn-Instituts, Dossenheim